Kater vorbeugen geht nicht: Was am Abend wirklich zählt
Kein Getränk, keine Tablette und kein Pulver verhindert einen Kater. Den Unterschied machen Entscheidungen vor und während der Nacht: Menge, Tempo, Essen, Wasser und Schlaf.
Ehrlich vorweg
Im Netz, in der Drogerie und auf Instagram gibt es viele Drinks, Pulver und Shots, die genau das versprechen. Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel dürfen in Deutschland aber nicht mit Kater-Bezug beworben werden, weil kein Lebensmittel die Folgen von Alkohol verhindert. Der Blutalkohol sinkt laut drugcom um etwa 0,1 bis 0,2 Promille pro Stunde, und das lässt sich nicht beschleunigen. Was am nächsten Morgen zählt, entscheidest du also am Abend davor: wie viel, wie schnell und mit wie viel Wasser dazwischen. Das ist unspektakulär und trotzdem das Einzige, was zuverlässig wirkt.
Vorher: essen und entscheiden
Zieh nicht hungrig los. Eine richtige Mahlzeit mit Kohlenhydraten, Protein und etwas Fett sorgt laut Kenn dein Limit dafür, dass Alkohol langsamer ins Blut geht. Harmloser wird er dadurch nicht, aber du bist nicht nach zwei Drinks schon betrunken. Trinke tagsüber genug Wasser, damit du nicht schon durstig startest. Und leg dir vorher fest, wie viel du trinken willst. Ein kleines Bier mit 0,3 Litern enthält laut drugcom etwa 12 Gramm Alkohol, ein Shot ist schnell getrunken und zählt trotzdem voll. Nachts um drei triffst du diese Entscheidung deutlich schlechter als um acht.
Währenddessen: Tempo und Wasser
Die einfachste Regel: nach jedem alkoholischen Getränk ein Glas Wasser. Das bremst das Tempo und gleicht einen Teil der Flüssigkeit aus, die du durch Alkohol und Tanzen verlierst. Alkohol hemmt das Hormon ADH, die Nieren scheiden dadurch mehr Wasser und Mineralstoffe aus. Lösche Durst nie mit Alkohol. Mach Tanzpausen an der frischen Luft. Vorsicht bei schnell getrunkenem Hochprozentigem: Der Blutalkohol steigt dann schneller, als du es merkst. Und wenn du merkst, dass es genug ist, steig auf Wasser oder alkoholfreie Getränke um. Niemand zählt mit, und am nächsten Morgen bist du froh darüber.
Vor dem Schlafen: Wasser ja, Tabletten nein
Zuhause hilft ein großes Glas Wasser, ein zweites stellst du ans Bett. Ein Elektrolytgetränk liefert zusätzlich Natrium, Kalium und Magnesium in Wasser. Das ist Flüssigkeit mit Mineralstoffen. Den Alkohol im Blut ändert es nicht. Schmerzmittel auf Vorrat vor dem Schlafen sind keine gute Idee: Kenn dein Limit weist darauf hin, dass Alkohol und Medikamente sich gegenseitig beeinflussen und Leber und Magen zusätzlich belasten können. Frag im Zweifel in der Apotheke. Iss etwas, wenn du Hunger hast, und plane den nächsten Vormittag ruhig ein. Wie du danach in den Rhythmus zurückkommst, steht im Artikel zum Tag danach.
Wie viel brauchst du?
Größe und Gewicht einstellen, Ziel wählen: Kalorien, Protein, Kohlenhydrate, Fett und Wasser für einen Tag — verteilt auf vier Mahlzeiten. Steht im Body Check, zusammen mit deinem Stack.
Häufige Fragen
Kann man einem Kater vorbeugen?
Nicht zuverlässig. Kein Getränk, keine Tablette und kein Supplement verhindert einen Kater. Weniger Alkohol, langsameres Trinken, eine Mahlzeit vorher und Wasser zwischendurch machen den größten Unterschied.
Helfen Elektrolyte vor dem Schlafen gegen Kater?
Nein. Elektrolytgetränke liefern Flüssigkeit und Mineralstoffe, die du durch Alkohol und Schwitzen verloren hast. Am Alkohol im Körper ändern sie nichts.
Soll ich vor dem Schlafen eine Schmerztablette nehmen?
Nein, nicht auf Vorrat. Alkohol und Medikamente können sich gegenseitig beeinflussen und Leber und Magen zusätzlich belasten. Frag im Zweifel in der Apotheke, bevor du nach Alkohol etwas einnimmst.
Was essen, bevor man Alkohol trinkt?
Eine richtige Mahlzeit mit Kohlenhydraten, Protein und etwas Fett, zum Beispiel Pasta, Reis mit Gemüse und Ei oder ein belegtes Vollkornbrot. Alkohol geht dann langsamer ins Blut. Harmloser wird er dadurch nicht.
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